Glättetechnik für glatte und marmorierte Wandoberflächen
Mit der Glättetechnik entstehen besonders glatte Wandoberflächen mit einer lebendigen Tiefenwirkung. Durch den Auftrag mehrerer dünner Spachtellagen und das anschließende Glätten und Polieren lassen sich Oberflächen von dezent seidig bis hin zu intensiv glänzend gestalten.
Spachtelführung, Farbgebung und Poliergrad beeinflussen dabei das spätere Erscheinungsbild. So sind sowohl ruhige, nahezu einfarbige Flächen als auch ausdrucksstarke Wandgestaltungen mit marmorähnlicher Wirkung möglich.
Inhalt
- Was ist Glättetechnik?
- Glättetechnik ausführen
- Produkte für die Glättetechnik
- Typische Fehler vermeiden
- Häufige Fragen
Was ist Glättetechnik?
Die Glättetechnik ist eine dekorative Spachteltechnik für Wandflächen, bei der mehrere sehr dünne Materiallagen übereinander aufgetragen und anschließend geglättet beziehungsweise poliert werden.
Anders als bei einer herkömmlichen Flächenspachtelung dient das Spachteln hier nicht ausschließlich dem Ausgleichen des Untergrundes. Die sichtbare Spachtelführung wird gezielt zur Gestaltung eingesetzt. Durch sich überlagernde Materialschichten entstehen feine Farbnuancen, Strukturen und eine charakteristische Tiefenwirkung.
Besonders bekannt ist die venezianische Glättetechnik, deren Erscheinungsbild an polierten Naturstein oder Marmor erinnert.
Glättetechnik ausführen
Eine hochwertige Glättetechnik stellt besonders hohe Anforderungen an die Ebenheit des Untergrundes. Unebenheiten können sich durch die dünnen Spachtelschichten später deutlich abzeichnen.
1. Untergrund vorbereiten

Der Untergrund muss fest, sauber, trocken und möglichst eben sein. Je nach Untergrund und eingesetztem System erfolgt zunächst eine geeignete Grundierung. Für besonders glatte Oberflächen kann zusätzlich eine vorbereitende Feinspachtelung erforderlich sein.
Bei den JAEGER Glättetechniken kommen hierfür unter anderem der Haftgrund Iso-Mineralgrund 309 sowie bei Bedarf Stucco Fondo 960 zum Einsatz.
2. Spachtelmasse dünn auftragen

Die eigentliche Glättetechnik wird in mehreren dünnen Lagen ausgeführt. Das Material wird mit einer geeigneten Glättkelle beziehungsweise Spachtel in kurzen, überlappenden Bewegungen aufgetragen.
Je nach gewünschter Gestaltung können die einzelnen Lagen Ton in Ton oder mit unterschiedlichen Farbnuancen ausgeführt werden.
3. Oberfläche schleifen und glätten

Zwischen beziehungsweise nach den Spachtellagen wird die Oberfläche entsprechend dem eingesetzten Material geschliffen und sorgfältig entstaubt.
Ein gleichmäßiger Schliff schafft die Voraussetzung für eine glatte Oberfläche und verhindert, dass unerwünschte Übergänge im späteren Erscheinungsbild sichtbar bleiben.
4. Oberfläche polieren

Durch das abschließende Polieren erhält die Glättetechnik ihre charakteristische Wirkung. Je nach Material, Werkzeug und Intensität der Bearbeitung kann der Glanzgrad gezielt gesteuert werden.
Von einer zurückhaltend seidigen Oberfläche bis zur stark glänzenden, marmorähnlichen Gestaltung sind unterschiedliche Ergebnisse möglich.
Welche Produkte eignen sich für die Glättetechnik?
Für die Glättetechnik bietet JAEGER zwei unterschiedliche Systeme. Die Wahl richtet sich vor allem danach, welche Oberflächenwirkung gewünscht ist und wie aufwendig die Verarbeitung ausgeführt werden soll.
Glättetechnik rationell ausführen

Stucco Romano 939 ist ein dekorativer Feinspachtel für die rationelle Ausführung hochwertiger Glättetechniken. Das Material wird in zwei dünnen Lagen verarbeitet und ermöglicht besonders glatte, porzellanartige Oberflächen.
Je nach anschließender Bearbeitung lassen sich seidige bis hochglänzende Wandgestaltungen realisieren. Damit eignet sich Stucco Romano insbesondere dann, wenn eine hochwertige Glättetechnik mit reduziertem Arbeitsaufwand umgesetzt werden soll.
Venezianische Glättetechnik gestalten

Stucco Veneziano 961 ist eine polierfähige Glättspachtelmasse auf Basis von hochwertigem Marmormehl. Das Material wurde speziell für original venezianische Glättetechniken und marmorähnliche Wandgestaltungen entwickelt.
Durch den dünnschichtigen Auftrag in mehreren Lagen entsteht eine ausgeprägte Tiefenlichtwirkung. Die anschließend polierte Oberfläche kann je nach Ausführung von dezent schimmernd bis hochglänzend gestaltet werden. Stucco Veneziano ist in einer großen Auswahl unterschiedlicher Farbtöne erhältlich.
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Natürlichere Marmorierung gewünscht?
Neben der Glättetechnik lassen sich marmorierte Wandoberflächen auch mit der Kalkpresstechnik gestalten. Hier steht eine mineralisch geprägte, natürlich wirkende Oberflächenstruktur mit matter bis seidenmatter Wirkung stärker im Vordergrund.
Typische Fehler bei der Glättetechnik vermeiden
Unebener Untergrund
Da Glättetechniken nur in sehr dünnen Schichten ausgeführt werden, können Unebenheiten oder Spachtelansätze im Untergrund später sichtbar bleiben. Eine sorgfältige Vorbereitung und möglichst plane Ausgangsfläche sind daher entscheidend.
Zu hoher Materialauftrag
Zu dick aufgetragene Spachtellagen erschweren eine kontrollierte Gestaltung und können zu einem unruhigen Oberflächenbild führen. Die einzelnen Lagen sollten dünn und entsprechend der jeweiligen Verarbeitungsvorgaben ausgeführt werden.
Ungleichmäßiger Zwischenschliff
Nicht ausreichend geschliffene Übergänge können sich in der nächsten Materiallage abzeichnen. Gleichzeitig sollte die Oberfläche nach jedem Schleifvorgang sorgfältig entstaubt werden.
Ungleichmäßiges Polieren
Unterschiedlicher Druck oder eine uneinheitliche Bearbeitung können zu stark voneinander abweichenden Glanzbereichen führen. Die Politur sollte deshalb kontrolliert und auf das gewünschte Oberflächenbild abgestimmt erfolgen.
Häufige Fragen zur Glättetechnik
Die Glättetechnik ist eine dekorative Spachteltechnik, bei der mehrere dünne Materialschichten aufgetragen, geglättet und anschließend poliert werden. Dadurch entstehen besonders glatte Wandoberflächen mit sichtbarer Tiefenwirkung.
Die venezianische Glättetechnik orientiert sich an traditionellen italienischen Spachteltechniken. Charakteristisch sind sehr glatte, polierte Oberflächen mit einer marmorähnlichen Tiefenwirkung.
Stucco Romano 939 ist für eine rationelle Ausführung der Glättetechnik in zwei Lagen konzipiert und erzeugt porzellanglatte Oberflächen.
Stucco Veneziano 961 wird für die klassische venezianische Glättetechnik eingesetzt. Mehrere dünne Spachtellagen erzeugen eine besonders ausgeprägte marmorartige Tiefenwirkung.


