Untergrundvorbereitung für Bodenbeschichtungen

 

Die Grundlage für dauerhaft haftende Bodenbeschichtungen

Eine dauerhaft haltbare Bodenbeschichtung beginnt lange vor dem ersten Anstrich. Entscheidend ist nicht nur die Wahl des Beschichtungsstoffes, sondern vor allem die Qualität des Untergrundes. Nur ein tragfähiger und fachgerecht vorbereiteter Boden schafft die Grundlage für eine dauerhaft haftende Beschichtung.

Ob Garagenboden, Kellerboden, Werkstatt oder Industriehalle – jede Bodenfläche stellt unterschiedliche Anforderungen an die Untergrundvorbereitung. Restfeuchtigkeit, Verschmutzungen, Sinterschichten oder vorhandene Altbeschichtungen beeinflussen die Haftung und damit die Lebensdauer der späteren Beschichtung.

Diese Anleitung zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie den Untergrund fachgerecht prüfen und vorbereiten und worauf bei unterschiedlichen Bodenarten besonders zu achten ist.

 


 

Ablauf der Untergrundvorbereitung

  1. Untergrund prüfen
  2. Untergrund vorbereiten
  3. Grundieren
  4. Boden beschichten

Je nach Untergrund oder vorhandenem Beschichtungsaufbau können einzelne Arbeitsschritte unterschiedlich ausfallen oder entfallen.

 


 

Warum sollte der Untergrund vor jeder Bodenbeschichtung geprüft werden?

Bevor eine Bodenbeschichtung verarbeitet wird, sollte der Untergrund sorgfältig geprüft werden. Diese Prüfung gehört zu den grundlegenden Aufgaben des Verarbeiters und ist unter anderem in der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) beschrieben. Ziel ist es, mögliche Mängel frühzeitig zu erkennen und den geeigneten Beschichtungsaufbau festzulegen.

Eine sorgfältige Untergrundprüfung hilft dabei,

  • ungeeignete Untergründe frühzeitig zu erkennen,
  • notwendige Vorbereitungsmaßnahmen festzulegen,
  • das passende Beschichtungssystem auszuwählen,
  • spätere Schäden und Reklamationen zu vermeiden und
  • die Voraussetzungen für eine dauerhaft haltbare Beschichtung zu schaffen.

 

Gut zu wissen

Treten nach der Beschichtung Schäden auf, liegt die Ursache häufig nicht im Beschichtungsstoff selbst, sondern in einer unzureichenden Untergrundprüfung oder Untergrundvorbereitung. Je sorgfältiger der Untergrund beurteilt wird, desto zuverlässiger lässt sich das geeignete Beschichtungssystem auswählen.

 

Untergrund erkennen – jeder Boden stellt andere Anforderungen

Bevor mit der eigentlichen Untergrundvorbereitung begonnen wird, sollte zunächst festgestellt werden, um welchen Untergrund es sich handelt. Denn Beton, Estrich oder Gussasphalt unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Zusammensetzung, ihrer Feuchtigkeit und ihrer Oberflächeneigenschaften.

Diese Unterschiede beeinflussen sowohl die Untergrundvorbereitung als auch die Auswahl des späteren Beschichtungssystems.

 

Hier eine Übersicht über die gebräuchlichsten Untergründe im Innenbereich:

Beton zählt zu den am häufigsten beschichteten Untergründen im privaten, gewerblichen und industriellen Bereich. Vor der Beschichtung sollte besonders auf die Oberflächenfestigkeit, eine mögliche Sinterschicht sowie die zulässige Restfeuchtigkeit geachtet werden.

Typische OptikZementgrau, hart, matt, teilweise kratzfest
ZusammensetzungZement mit Sand und Gesteinskörnung (bis ca. 35 mm)
Zulässige Restfeuchte 2,5–3,5 %
BesonderheitenNeue Betonflächen besitzen häufig eine Sinterschicht. Diese sollte vor der Beschichtung entfernt werden.

Praxis-Hinweis: Vor der Beschichtung Tragfähigkeit, Restfeuchtigkeit und Saugfähigkeit prüfen.

 

Zementestriche eignen sich sehr gut als Untergrund für Bodenbeschichtungen. Voraussetzung ist, dass sie ausreichend ausgehärtet und trocken sind.

Typische OptikGrau, glatt oder rau, matt
ZusammensetzungZement mit Sand und Gesteinskörnung (bis ca. 8 mm)
Zulässige Restfeuchte1,8–2,0 %
BesonderheitenRisse und Ausbrüche vor der Beschichtung instand setzen.

Praxis-Hinweis: Vor allem bei Neubauten die Restfeuchtigkeit kontrollieren.

 

Anhydritestriche reagieren empfindlicher auf Feuchtigkeit als Zementestriche. Deshalb spielt die Restfeuchte hier eine besonders wichtige Rolle.

Typische OptikHellgrau bis altweiß, matt
ZusammensetzungGips mit Sand und Gesteinskörnung (bis ca. 8 mm)
Zulässige Restfeuchte0,3–0,5 %
BesonderheitenFeuchtigkeitsempfindlich – Grenzwerte unbedingt einhalten.

Praxis-Hinweis: Vor der Beschichtung die Restfeuchtigkeit zuverlässig messen.

 

Magnesitestriche unterscheiden sich deutlich von mineralischen Zementuntergründen und sollten vor der Beschichtung sorgfältig geprüft werden.

Typische OptikCremefarben, teilweise eingefärbt, seidenmatt
ZusammensetzungMagnesiumchlorid/-hydroxid mit Sand (bis ca. 2 mm)
Zulässige Restfeuchteca. 8%
BesonderheitenUntergrund auf Festigkeit und Eignung für das geplante Beschichtungssystem prüfen.

Praxis-Hinweis: Nicht jede Bodenbeschichtung ist für Magnesitestriche geeignet. Herstellerangaben beachten.

 

Gussasphalt besitzt andere Materialeigenschaften als mineralische Untergründe und erfordert deshalb eine angepasste Untergrundvorbereitung.

Typische OptikSchwarz, glatt oder abgesandet, seidenglänzend
ZusammensetzungBitumen mit Sand und Steinmehlen (bis ca. 2 mm)
Zulässige RestfeuchteKeine
Besonderheiten Tragfähigkeit und Oberflächenbeschaffenheit vor der Beschichtung prüfen.

Praxis-Hinweis: Vor allem glatte Oberflächen sollten für eine sichere Haftung entsprechend vorbereitet werden.

 

 

Nicht jeder Untergrund eignet sich ohne weitere Vorbehandlung für eine Beschichtung. Deshalb sollte im nächsten Schritt geprüft werden, ob der Boden tragfähig, sauber und ausreichend trocken ist.

 

Schritt 1: Untergrund prüfen

Bevor der Boden gereinigt oder beschichtet wird, sollte der Untergrund sorgfältig geprüft werden. Dieser Arbeitsschritt entscheidet darüber, welche Vorbehandlungsmaßnahmen erforderlich sind und ob sich der Untergrund überhaupt für eine Beschichtung eignet.

Jeder Untergrund besitzt unterschiedliche Eigenschaften. Deshalb genügt eine reine Sichtprüfung in den meisten Fällen nicht. Erst durch einfache Prüfmethoden lassen sich Tragfähigkeit, Saugfähigkeit, Restfeuchtigkeit oder vorhandene Mängel zuverlässig beurteilen.

Insbesondere bei mineralischen Untergründen wie Beton oder Zementestrich sollte geprüft werden,

  • ob der Untergrund fest und tragfähig ist,
  • ob Schmutz, Staub oder lose Bestandteile vorhanden sind,
  • ob Zusätze oder Oberflächenbehandlungen die Haftung beeinträchtigen,
  • ob der Boden ausreichend ausgehärtet ist und
  • ob Schäden oder Feuchtigkeit eine Beschichtung ausschließen.

Zement- und Betonestriche sollten in der Regel mindestens vier bis sechs Wochen alt sein, bevor Beschichtungsarbeiten beginnen. Erst nach ausreichender Aushärtung können sie die notwendige Festigkeit erreichen.

 

Gut zu wissen

Die Untergrundprüfung dient nicht nur der Auswahl des passenden Beschichtungssystems. Sie schützt den Verarbeiter auch vor späteren Reklamationen, da ungeeignete Untergründe frühzeitig erkannt und dokumentiert werden können.

 

Welche Prüfmethoden haben sich in der Praxis bewährt?

Viele Eigenschaften eines Untergrundes lassen sich bereits mit einfachen Prüfmethoden direkt auf der Baustelle beurteilen. Die folgende Übersicht zeigt, welche Prüfungen sich bewährt haben und welche Maßnahmen sich daraus ableiten lassen.

 

Eine ausreichende Oberflächenfestigkeit ist Voraussetzung für eine dauerhaft haftende Bodenbeschichtung. Sandende oder mürbe Untergründe bieten keine tragfähige Grundlage und können später zu Haftungsproblemen oder Ablösungen führen.

Prüfmethode: 
Kratzprobe mit Messer oder Schraubendreher

Mangel erkennen: 
Lässt sich die Oberfläche bereits bei geringem Druck beschädigen oder sandet sie ab, ist der Untergrund nicht ausreichend tragfähig.

Empfohlene Maßnahme: 
Lose oder mürbe Schichten vollständig entfernen oder den Untergrund mit einer geeigneten Imprägnierung verfestigen.

Praxis-Tipp: Führen Sie die Kratzprobe an mehreren Stellen durch. Besonders Randbereiche oder stark beanspruchte Zonen können sich unterschiedlich verhalten.

Frisch hergestellte Betonflächen besitzen häufig eine dichte Sinterschicht. Sie verhindert, dass Grundierungen und Beschichtungen ausreichend in den Untergrund eindringen können.

Prüfmethode: 
Kratzprobe und Benetzungsprobe

Mangel erkennen: 
Glänzende Oberflächen, geringe Wasseraufnahme oder Abplatzungen im Bereich der Kratzprobe weisen auf eine Sinterschicht hin.

Empfohlene Maßnahme: 
Sinterschicht mechanisch entfernen, beispielsweise durch Schleifen oder Strahlen.

Praxis-Tipp: Perlt Wasser auf der Oberfläche ab, sollte der Untergrund vor der Beschichtung genauer geprüft werden.

Die Saugfähigkeit beeinflusst, wie Grundierungen und Beschichtungen in den Untergrund eindringen. Stark oder ungleichmäßig saugende Untergründe können zu einem ungleichmäßigen Beschichtungsergebnis führen.

Prüfmethode: 
Benetzungsprobe mit Wasser

Mangel erkennen: 
Zieht Wasser sehr schnell ein oder perlt vollständig ab, ist die Saugfähigkeit zu beurteilen.

Empfohlene Maßnahme: 
Je nach Ergebnis den Untergrund grundieren oder den Beschichtungsaufbau anpassen.

Praxis-Tipp: Vergleichen Sie mehrere Bereiche der Fläche. Unterschiedliche Wasseraufnahme kann auf verschiedene Untergründe oder frühere Reparaturstellen hinweisen.

Kreidende Untergründe besitzen lose Oberflächenbestandteile. Diese verhindern eine sichere Haftung der nachfolgenden Beschichtung.

Prüfmethode: 
Wischprobe mit der Hand

Mangel erkennen: 
Bleibt ein mehliger Rückstand auf der Hand zurück, ist die Oberfläche kreidend.

Empfohlene Maßnahme: 
Untergrund gründlich reinigen und lose Bestandteile vollständig entfernen.

Praxis-Tipp: Eine optisch saubere Fläche ist nicht automatisch tragfähig. Erst die Wischprobe zeigt, ob lose Bestandteile vorhanden sind.

Risse können die Funktion und Haltbarkeit einer Bodenbeschichtung beeinträchtigen. Deshalb sollten sie bereits während der Untergrundprüfung erkannt und bewertet werden.

Prüfmethode: 
Benetzungsprobe

Mangel erkennen: 
Durch Wasser zeichnen sich feine Risse häufig als dunkle Linien deutlich ab.

Empfohlene Maßnahme: 
Risse vor der Beschichtung fachgerecht schließen und entsprechend instand setzen.

Praxis-Tipp: Unterscheiden Sie zwischen oberflächlichen Haarrissen und konstruktiven Rissen. Je nach Ursache sind unterschiedliche Sanierungsmaßnahmen erforderlich.

Nicht sichtbare Hohlstellen können unter Belastung später zu Abplatzungen der Beschichtung führen.

Prüfmethode: 
Klopfprobe

Mangel erkennen: 
Ein dumpfer Klang weist auf eine fehlende Verbindung zwischen Untergrund und Oberfläche hin.

Empfohlene Maßnahme: 
Hohlstellen freilegen und mit geeigneten Reparaturmaterialien instand setzen.

Praxis-Tipp: Besonders bei älteren Estrichen oder Sanierungsobjekten empfiehlt sich eine systematische Klopfprobe über die gesamte Fläche.

Eine zu hohe Restfeuchtigkeit zählt zu den häufigsten Ursachen späterer Beschichtungsschäden. Deshalb sollte sie vor Beginn der Arbeiten überprüft werden.

Prüfmethode: 
Feuchtemessgerät oder Folienprobe

Mangel erkennen: 
Beschlagene Folie oder erhöhte Messwerte weisen auf einen zu feuchten Untergrund hin.

Empfohlene Maßnahme: 
Ausreichende Trocknungszeit einhalten oder die Ursache der Feuchtigkeit beseitigen.

Praxis-Tipp: Bei neuen Beton- und Estrichflächen sollte die Restfeuchtigkeit grundsätzlich vor Beginn der Beschichtungsarbeiten gemessen werden.

 

Die Ergebnisse dieser Prüfungen bilden die Grundlage für alle weiteren Arbeitsschritte. Erst wenn der Zustand des Untergrundes bekannt ist, lässt sich entscheiden, welche Vorbereitungsmaßnahmen erforderlich sind.

 

Darauf sollten Sie achten

Alte 2K-Beschichtungen lassen sich nach gründlicher Reinigung und entsprechendem Anschliff häufig problemlos überarbeiten. Bei älteren 1K-Systemen oder Chlorkautschukbeschichtungen sollte die Verträglichkeit vorab geprüft werden. Im Zweifelsfall empfiehlt sich ein Probeanstrich oder die Rücksprache mit dem Hersteller.

 

Bedenken frühzeitig dokumentieren

Ergeben sich während der Untergrundprüfung Zweifel an der Tragfähigkeit, Feuchtigkeit oder Eignung des Untergrundes, sollten diese vor Beginn der Arbeiten schriftlich gegenüber dem Auftraggeber angezeigt werden.

Eine sorgfältige Dokumentation schafft Klarheit und hilft dabei, spätere Unstimmigkeiten zu vermeiden.

Empfehlenswert ist es, folgende Punkte festzuhalten:

  • Zustand des Untergrundes
  • durchgeführte Prüfungen und deren Ergebnisse
  • festgestellte Mängel
  • verwendete Materialien einschließlich Chargennummern
  • getroffene Vorbereitungsmaßnahmen

Eine vollständige Dokumentation erleichtert die Nachvollziehbarkeit der ausgeführten Arbeiten und kann im Reklamationsfall eine wichtige Grundlage darstellen.

 


 

Schritt 2 – Untergrund vorbereiten

Nach der Untergrundprüfung folgt die eigentliche Untergrundvorbereitung. Ziel ist es, den Boden so vorzubereiten, dass Grundierung und Bodenbeschichtung dauerhaft mit dem Untergrund verbunden bleiben.

Welche Vorarbeiten erforderlich sind, hängt vom Zustand des Bodens und den Ergebnissen der Untergrundprüfung ab. Während bei neuen Betonflächen häufig Sinterschichten entfernt werden müssen, stehen bei älteren Böden oftmals Verschmutzungen oder vorhandene Altbeschichtungen im Vordergrund.

 

1. Untergrund reinigen

Vor jeder Bodenbeschichtung müssen Staub, Schmutz sowie haftungsmindernde Stoffe vollständig entfernt werden. Bereits feine Staubablagerungen können die Haftung der nachfolgenden Beschichtung beeinträchtigen.

Die Art der Reinigung richtet sich nach der Beschaffenheit des Untergrundes.

  • Glatte Bodenflächen sollten sorgfältig abgekehrt und anschließend feucht aufgenommen werden. Dadurch werden auch feine Staubpartikel entfernt, die nach dem Kehren häufig auf der Oberfläche verbleiben.
  • Raue oder strukturierte Oberflächen sollten gründlich nass gereinigt werden. So lassen sich auch Schmutz aus Vertiefungen und Poren zuverlässig entfernen.
  • Öl-, Fett- oder andere haftungsmindernde Stoffe müssen vollständig beseitigt werden. Hierfür empfiehlt sich ein alkalischer Reiniger, beispielsweise JAEGER Spezial-Reiniger 80. Nach der Reinigung sollte die Fläche gründlich mit klarem Wasser nachgespült und vollständig trocknen gelassen werden.

Praxis-Tipp: Entfernen Sie Öl- und Fettverschmutzungen immer vor dem Anschleifen des Bodens. So verhindern Sie, dass Rückstände tiefer in den Untergrund eingearbeitet werden.

 

2. Oberfläche vorbereiten

Nach der Reinigung wird die Oberfläche entsprechend den Anforderungen des Untergrundes vorbereitet.

  • Sinterschichten entfernen

    Frisch hergestellte Betonflächen besitzen häufig eine dichte Oberflächenschicht, die sogenannte Sinterschicht. Sie verhindert, dass Grundierungen und Beschichtungen ausreichend in den Untergrund eindringen können. 
    Je nach Untergrund sollte die Sinterschicht durch Schleifen oder Strahlen vollständig entfernt werden.

  • Glatte Untergründe anrauen

    Glatte Beton- oder Zementestrichflächen bieten einer Beschichtung nur eine geringe mechanische Haftung. Durch das Anrauen der Oberfläche verbessert sich die Verbindung zwischen Untergrund und Beschichtung. 
    Die Vorbereitung kann durch Anschleifen oder durch eine Behandlung mit einer wässrigen Zitronensäurelösung, beispielsweise mit dem Entkalker 884, erfolgen. Anschließend sollte die Fläche gründlich mit Wasser abgespült werden.

 

3. Schadstellen instand setzen

Risse, Ausbrüche und andere Beschädigungen sollten vor der Beschichtung fachgerecht instand gesetzt werden. Lose Bestandteile sind vollständig zu entfernen. 
Nach der Instandsetzung müssen Reparaturstellen vollständig aushärten, bevor mit der Grundierung oder dem weiteren Beschichtungsaufbau begonnen wird.

 

4. Altbeschichtungen richtig beurteilen

Nicht jede vorhandene Beschichtung muss vollständig entfernt werden. Häufig können tragfähige Altbeschichtungen nach entsprechender Vorbereitung überarbeitet werden. Voraussetzung ist jedoch, dass sie fest mit dem Untergrund verbunden sind und mit dem neuen Beschichtungssystem harmonieren.

Vor jeder Überarbeitung sollten deshalb folgende Punkte geprüft werden.

  • Haftfestigkeit

    Altbeschichtungen müssen fest auf dem Untergrund haften. Lose oder beschädigte Bereiche sollten vollständig entfernt werden.

  • Sauberkeit

    Schmutz, Öl, Fett oder andere haftungsmindernde Stoffe müssen vor der weiteren Bearbeitung vollständig entfernt werden.

  • Oberflächenbeschaffenheit

    Glatte Altbeschichtungen sollten angeschliffen werden. Durch die angeraute Oberfläche verbessert sich die Haftung der nachfolgenden Beschichtung.

  • Art der vorhandenen Beschichtung

    Vor der Überarbeitung sollte möglichst geklärt werden, um welches Beschichtungssystem es sich handelt. Nicht jede 1K-Beschichtung ist mit einer 2K-Beschichtung verträglich. Auch wasser- und lösemittelbasierte Systeme unterscheiden sich in ihrem Aufbau.

  • Probeanstrich

    Lässt sich die vorhandene Beschichtung nicht eindeutig bestimmen, empfiehlt sich ein Probeanstrich. Nach der Trocknung kann die Haftung beispielsweise mit einem Gitterschnitt überprüft werden.

 

Fazit

Eine dauerhaft haltbare Bodenbeschichtung beginnt mit einer sorgfältigen Untergrundvorbereitung. Erst wenn Tragfähigkeit, Restfeuchtigkeit, Oberflächenbeschaffenheit und Sauberkeit geprüft sowie notwendige Vorarbeiten durchgeführt wurden, sind die Voraussetzungen für einen dauerhaft belastbaren Beschichtungsaufbau geschaffen.

Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für die Vorbereitung des Untergrundes. Sie entscheidet maßgeblich über die Haftung, die Optik und die Lebensdauer der späteren Bodenbeschichtung.


 

3.Schritt: Grundierung

Ist der Untergrund tragfähig, sauber und entsprechend vorbereitet, kann die Grundierung aufgebracht werden. 
Welche Grundierung eingesetzt wird, richtet sich nach dem Untergrund sowie dem späteren Beschichtungssystem. Beachten Sie hierzu die technischen Merkblätter des jeweiligen Produkts.

 


 

Nach der Untergrundvorbereitung folgt die Auswahl des Beschichtungssystems

Ist der Untergrund fachgerecht vorbereitet, kann das passende Beschichtungssystem ausgewählt werden. Welche Lösung geeignet ist, hängt von der späteren Beanspruchung, dem Einsatzbereich und den gewünschten Eigenschaften der Bodenbeschichtung ab.

Je nach Anforderung kommen unterschiedliche Systeme zum Einsatz – von der einfachen Imprägnierung bis zur hoch belastbaren Versiegelung.

 

Häufige Fragen zur Untergrundvorbereitung

Ja. Jeder Untergrund sollte vor Beginn der Arbeiten auf Tragfähigkeit, Sauberkeit, Restfeuchtigkeit und Oberflächenbeschaffenheit geprüft werden. Nur so lässt sich beurteilen, welche Vorbehandlungsmaßnahmen erforderlich sind und ob der Untergrund für eine Beschichtung geeignet ist.

Die Tragfähigkeit lässt sich durch einfache Prüfmethoden wie die Kratzprobe oder Klopfprobe beurteilen. Lösen sich Bestandteile der Oberfläche oder werden Hohlstellen festgestellt, sollten diese vor der Beschichtung fachgerecht instand gesetzt werden.

 

➡️ Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit allen Prüfmethoden finden Sie im Ratgeber „Untergründe richtig prüfen“.

Nicht unbedingt. Ob eine mechanische Vorbereitung erforderlich ist, hängt von der Oberflächenbeschaffenheit ab. Besonders dichte oder glatte Betonflächen sowie vorhandene Sinterschichten sollten vor der Beschichtung angeschliffen oder entsprechend vorbereitet werden.

 

➡️ Mehr über Sinterschichten, ihre Entstehung und geeignete Verfahren zu ihrer Entfernung erfahren Sie in unserem Ratgeber „Sinterschichten erkennen und entfernen“.

Die Restfeuchtigkeit sollte insbesondere bei neuen Beton- und Estrichflächen überprüft werden. Erst wenn die zulässigen Grenzwerte erreicht sind, sollte mit der Grundierung oder Beschichtung begonnen werden.

 

➡️ Sie möchten wissen, wie die Restfeuchtigkeit richtig gemessen wird? In unserem Ratgeber „Restfeuchtigkeit bei Beton und Estrich richtig messen“ zeigen wir verschiedene Messverfahren und erklären die zulässigen Grenzwerte.

Ja, sofern die vorhandene Beschichtung tragfähig ist und mit dem geplanten Beschichtungssystem kompatibel ist. Vor der Überarbeitung sollte die Oberfläche gereinigt, geprüft und gegebenenfalls angeschliffen werden.

 

➡️ Welche Prüfmethoden sich für Altbeschichtungen eignen und worauf bei unterschiedlichen Beschichtungssystemen zu achten ist, erläutern wir im Ratgeber „Altbeschichtungen beurteilen und überarbeiten“.

Die Notwendigkeit einer Grundierung richtet sich nach dem Untergrund und dem gewählten Beschichtungssystem. Herstellerangaben sollten grundsätzlich beachtet werden.

Eine unzureichende Untergrundvorbereitung kann zu Haftungsproblemen, Blasenbildung, Abplatzungen oder einer verkürzten Lebensdauer der Bodenbeschichtung führen. In der Praxis liegen die Ursachen vieler Beschichtungsschäden im Untergrund und nicht im Beschichtungsstoff selbst.

Je nach Beschichtungssystem können unter anderem Beton, Zementestrich, Anhydritestrich, Gussasphalt sowie tragfähige Altbeschichtungen beschichtet werden. Voraussetzung ist immer eine fachgerechte Untergrundprüfung und Untergrundvorbereitung.