Badrenovierung ohne aufwendigen Ausbau

Ein älteres Badezimmer muss nicht immer vollständig entkernt werden. Sind Badewanne, Fliesen und vorhandene Untergründe technisch intakt, lassen sich viele Oberflächen erhalten und gezielt überarbeiten.

Je nach Ausgangssituation können Wand- und Bodenfliesen farblich neu gestaltet, kleinere Schäden punktuell repariert, Badewannen beschichtet oder vorhandene Fliesen für eine neue Wandgestaltung überspachtelt werden. Auch fugenlose Oberflächen sind auf geeigneten Untergründen möglich.

Welche Lösung für die Badrenovierung infrage kommt, hängt vor allem vom Zustand der vorhandenen Flächen, dem gewünschten Erscheinungsbild und der späteren Wasser- und Nutzungsbelastung ab.

 



 

Badewanne und Duschwanne renovieren

Ist eine Badewanne technisch intakt, aber stumpf, verfärbt oder farblich nicht mehr passend, kann eine neue Beschichtung eine Alternative zum Austausch sein. Badewannen und Duschwannen aus Stahl-Emaille sowie geeignete Wannen aus Sanitäracryl lassen sich mit einem darauf abgestimmten System überarbeiten. Bei Sanitäracryl ist zusätzlich eine geeignete Grundierung erforderlich.

Risse, Undichtigkeiten, starke Korrosion oder ein instabiler Wannenunterbau lassen sich durch eine Beschichtung nicht beheben.

Passende Lösung:
Für Stahl-Emaille kann der JAEGER Badewannenlack 887 eingesetzt werden. Bei Sanitäracryl wird zusätzlich die Acrylwannen-Grundierung 886 benötigt.

Badewanne fachgerecht lackieren  + 

 

Braune alte Badewanne vor der Badrenovierung
Weiße Badewanne nach der Verarbeitung des Badewannenlacks

 

Wand- und Bodenfliesen lackieren

Alte keramische Fliesen müssen bei einer Badrenovierung nicht zwingend entfernt werden. Sind die Fliesen fest, tragfähig und frei von Schäden, können sie mit einer geeigneten Beschichtung farblich neu gestaltet werden. Die vorhandene Fliesenstruktur und das Fugenbild bleiben dabei grundsätzlich sichtbar.

Welches System geeignet ist, richtet sich vor allem nach der Lage der Fläche, der späteren Wasserbelastung und dem gewünschten Verarbeitungsaufbau. Für Wandfliesen stehen zwei unterschiedliche Lösungen zur Verfügung. Bodenfliesen benötigen aufgrund der stärkeren mechanischen Beanspruchung eine speziell dafür geeignete Beschichtung.

 

Wandfliesen wasserbasiert beschichten

Für keramische Wandfliesen und Feinsteinzeug im Innenbereich eignet sich der wasserbasierte Aqua Fliesenlack. Das einkomponentige 3-in-1-System vereint Grundierung, Deckanstrich und Versiegelung. Auf geeigneten Fliesen kann es ohne separate Grundierung und ohne Anschleifen verarbeitet werden.

Der Aqua Fliesenlack ist geruchsarm, in verschiedenen Farbtönen erhältlich und eignet sich insbesondere für Wandflächen in Bad, WC und Küche. Für Flächen im direkten Nassbereich oder bei stehendem Wasser ist er nicht vorgesehen.

Zum wasserbasierten Aqua Fliesenlack  + 

 

Wandfliesen mit einem 2K-Komplettset renovieren

Alternativ steht der Fliesenlack als 2K-Komplettset zur Verfügung. Das Set enthält neben dem zweikomponentigen Lack auch die für die Vorbereitung und Verarbeitung benötigten Hilfsmittel, darunter Entkalker, Reiniger, Schleifpapier, Pinsel und Rolle.

Die Lösung eignet sich besonders, wenn alle wesentlichen Materialien für die Renovierung einer keramischen Wandfliesenfläche in einem abgestimmten Set benötigt werden. Der 2K-Fliesenlack bildet eine hochglänzende Oberfläche und ist auf eine Fläche von etwa 6,8 m² ausgelegt.

Zum Fliesenlack-Komplettset  + 

 

Bodenfliesen belastbar beschichten

Bodenfliesen werden durch Begehen, Abrieb und Reinigungswasser deutlich stärker beansprucht als Wandfliesen. Wandfliesenlacke sind deshalb nicht für geflieste Bodenflächen vorgesehen.

Für geeignete Bodenfliesen kann die Kronalux 2K-PU-Fliesenboden-Beschichtung eingesetzt werden. Die zweikomponentige Beschichtung ist speziell auf mechanisch beanspruchte Fliesenböden im Innenbereich abgestimmt und bietet eine rutschhemmende Oberfläche der Bewertungsgruppe R9.

Zur 2K-PU-Fliesenboden-Beschichtung  + 

 

Vor der Beschichtung beachten

Unabhängig vom gewählten System müssen Fliesen und Fugen fest, sauber, trocken sowie frei von Kalk, Fett, Silikon und Pflegemittelrückständen sein. Lose Fliesen, beschädigte Fugen und Feuchtigkeit hinter dem Belag sind vor Beginn der Arbeiten zu beheben.

Auch die spätere Nutzung muss berücksichtigt werden: Wandflächen außerhalb des direkten Nassbereichs, Duschflächen und Bodenfliesen stellen jeweils unterschiedliche Anforderungen an den Beschichtungsaufbau.

 

 

Kleine Schäden im Bad punktuell reparieren

Kratzer, Abplatzungen und kleinere Fehlstellen an Keramik, Emaille oder Sanitäracryl erfordern nicht immer eine vollständige Neubeschichtung. Oberflächliche Schäden können punktuell ausgebessert werden. Tiefere Fehlstellen müssen zunächst aufgefüllt, geschliffen und anschließend farblich angeglichen werden. 
Bei Rost, Materialrissen oder Bewegungen im Untergrund muss zunächst die Ursache des Schadens geklärt werden.

Passende Lösungen:
Für kleine Ausbesserungen eignet sich der Reparatur-Lackstift. Tiefere Schäden können mit dem Keramik-, Email- und Acryl-Reparatur-Set bearbeitet werden.

 

Badezimmer fugenlos gestalten

Für eine vollständig fugenlose Gestaltung werden Wand- und Bodenflächen mit einem abgestimmten System aus Grundierung, dekorativem Spachtel und Versiegelung aufgebaut.

Dabei müssen Untergrund, Nutzung und Wasserbelastung gemeinsam betrachtet werden. Besonders in Duschen ist eine intakte Abdichtung erforderlich. Auch die Versiegelung muss für den jeweiligen Bereich geeignet sein.

Fugenlose Wand- und Bodengestaltung im Badezimmer  + 

 

Dekorative Wandflächen gestalten

Nicht jede Fläche im Badezimmer muss gefliest oder glatt beschichtet werden. Außerhalb stark wasserbelasteter Bereiche können auch dekorative Spachtel- und Kreativtechniken eingesetzt werden.

Damit lassen sich beispielsweise mineralische, marmorierte oder strukturierte Oberflächen gestalten. Einsatzbereich und notwendiger Oberflächenschutz müssen dabei aufeinander abgestimmt werden.

Kreativtechniken für individuelle Wandflächen  + 


 

Häufige Fragen zur Badrenovierung

Grundsätzlich können viele Badewannen und Duschwannen aus Stahl, Emaille oder Sanitäracryl beschichtet werden. Der notwendige Systemaufbau hängt jedoch vom Werkstoff ab. Bei Acrylwannen ist üblicherweise eine spezielle Acrylwannnen-Grundierung erforderlich.

Nicht geeignet sind instabile, undichte oder stark beschädigte Wannen sowie Untergründe, auf denen keine ausreichende Haftung hergestellt werden kann.

Die Haltbarkeit hängt von der Untergrundvorbereitung, dem verwendeten System, der Verarbeitung, der Trocknung und der späteren Pflege ab. Bei fachgerechter Ausführung und sachgemäßer Nutzung kann eine Badewannenbeschichtung über viele Jahre funktionstüchtig bleiben.

Pauschale Haltbarkeitsangaben sind ohne Kenntnis des Untergrundes und der Beanspruchung nicht möglich.

Eine Acrylbadewanne kann mit einem dafür geeigneten System beschichtet werden. Vor dem Badewannenlack wird eine spezielle Haftgrundierung für Acrylwannen eingesetzt, um die Haftung auf dem Kunststoffuntergrund sicherzustellen.

Sanitäracryl fühlt sich häufig wärmer an als Stahl-Emaille und klingt beim Klopfen weniger metallisch. Eine eindeutige Bestimmung sollte dennoch anhand der Herstellerunterlagen, der Einbausituation oder einer fachlichen Prüfung erfolgen.

Ein Fliesenlack für Wandflächen ist nicht automatisch für Bodenfliesen geeignet. Bodenflächen werden zusätzlich durch Begehen, Abrieb, Reinigungswasser und gegebenenfalls stehendes Wasser belastet.

Hierfür ist eine entsprechend belastbare Fliesenboden-Bodenbeschichtung erforderlich.

Badematten und Wanneneinlagen sollten nicht dauerhaft auf der Oberfläche verbleiben. Nach dem Baden oder Duschen werden sie entfernt, damit die Beschichtung vollständig abtrocknen kann.

Für zusätzliche Rutschhemmung sind spezielle Anti-Rutsch-Beschichtungen einzusetzen, die für den jeweiligen Untergrund und die Nutzung vorgesehen sind.