rutschhemmende Beschichtungen für jeden Anwendungsbereich

Glatte, nasse oder verschmutzte Bodenflächen erhöhen die Gefahr von Rutsch- und Sturzunfällen. Besonders in Treppenhäusern, Eingangsbereichen, Parkhäusern, Produktionsflächen, Großküchen und Sanitärbereichen muss die erforderliche Rutschhemmung deshalb bei der Auswahl des Beschichtungssystems berücksichtigt werden.
Welche rutschhemmende Beschichtung geeignet ist, richtet sich nach der Nutzung, der mechanischen Belastung, den auftretenden gleitfördernden Stoffen und dem späteren Reinigungsverfahren. Für unterschiedliche Anforderungen stehen transparente Anti-Rutsch-Lösungen, flächige Bodenbeschichtungen sowie abgestreute Markierungs- und Beschichtungssysteme zur Verfügung.
Für die aufgeführten Produkte und Systemaufbauten liegen Prüfzeugnisse für die jeweils genannte Rutschhemmungsklasse vor.
Inhalt
- Rutschhemmungsklassen
- Rutschhemmung im Barfußbereich
- Welches Produkt für welche Rutschhemmungsklasse?
- Lösungen für typische Anwendungsbereiche
- Häufig gestellte Fragen
Rutschhemmungsklassen nach DIN 51130
Unsere Beschichtungssysteme bieten geprüfte Rutschhemmung für unterschiedliche Anforderungen - von allgemeinen Bereichen bis hin zu hoch beanspruchten Arbeitsumgebungen.
Alle aufgeführten Systeme sind gemäß DIN 51130 geprüft.
| Rutschhemmung | Anwendungsbeispiel | Produktempfehlung | |
R9 | Trockene Innenbereiche |
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R10 | Treppen, Eingänge, Keller, Sanitärflächen |
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R11 | Außenflächen, Parken, Verkehrswege |
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R12 | Großküchen, Produktionen mit hohe Rutschgefahr |
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R13 | Fleisch- und Fischverarbeitung. Extrembereiche |
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Rutschhemmungsklassen im Barfußbereich nach DIN 51097
| Rutschhemmungsklasse | Anwendungsbeispiel | Produktempfehlung | |
| A | Umkleideräume, Barfußgänge (weitgehend trocken), Einzel- u. Sammelumkleideräume | 303 Anti-Rutsch Spray | |
| B | Duschräume, Beckenumrandungen, Aufgänge zu Sprungbecken | 303 Anti-Rutsch Spray | |
| C | Ins Wasser führende Treppen, soweit sie nicht B zugeordnet sind, Durchschreitebecken |
Welches Produkt für welche Rutschhemmungsklasse?
Für Arbeits- und Verkehrsbereiche, die mit Schuhen begangen werden, gelten die Rutschhemmungsklassen R9 bis R13. Die bekannten Klassen stammen aus der Prüfung nach DIN 51130 und werden heute im entsprechenden Prüfverfahren der DIN EN 16165 weitergeführt.
Je höher die R-Klasse, desto stärker ist die geprüfte Rutschhemmung des jeweiligen Produkt- oder Systemaufbaus.

R9 – trockene Innenbereiche
Typische Einsatzbereiche: Büros, Besprechungsräume und allgemeine trockene Innenflächen mit geringer Rutschgefahr.
Geeignete Produkte
- Kronalux® Flüssigkunststoff 780 – R9
- Kronalux® 2K-PU-Fliesenboden-Beschichtung 899 – R9
Die moderate Oberflächenstruktur ermöglicht eine sichere Begehbarkeit, ohne die Reinigung unnötig zu erschweren.

R10 – Treppen, Eingänge und normal beanspruchte Flächen
Typische Einsatzbereiche: Innentreppen, Eingangsbereiche, Gasträume, Kantinen, öffentliche Toiletten, Keller- und Lagerräume.
Geeignete Produkte
- Anti-Rutsch Spray 303 – R10
- Aqua Anti-Rutsch Bodenbeschichtung 306 – R10
- Aqualine Markierungsfarbe 380 – R10
Das transparente Anti-Rutsch Spray 303 eignet sich besonders für begrenzte Gefahrenstellen, glatte Trittflächen und Stufenvorderkanten. Mit den Schablonen 302 lassen sich gleichmäßige Anti-Rutsch-Streifen herstellen.
Für größere Flächen steht die Aqua Anti-Rutsch Bodenbeschichtung 306 zur Verfügung. Mit der Aqualine Markierungsfarbe 380 können Laufwege und Gefahrenzonen zusätzlich farbig gekennzeichnet werden.
Gut zu wissen
Das Anti-Rutsch Spray 303 erreicht neben R10 auch die Barfußklasse B.

R11 – Außenbereiche und stärker beanspruchte Verkehrsflächen
Typische Einsatzbereiche:Außentreppen, Ladeneingänge, Stellplätze, Parkflächen, Verkehrswege und Küchenbereiche mit erhöhter Rutschgefahr.
Geeignete Systeme
- Aqualine Markierungsfarbe 380 mit Kronalux® Nachstreumittel 759 – R11
- Kronalux® 2K-Aqua-Industriemarkierung 357 – R11
Die Systeme verbinden Rutschhemmung und optische Kennzeichnung. Laufwege, Übergänge und Gefahrenbereiche können dadurch sichtbar und funktional ausgeführt werden.

R12 – Arbeitsbereiche mit hoher Rutschgefahr
Typische Einsatzbereiche: Großküchen, Krankenhausküchen, Produktionsflächen, Reinigungszonen sowie Bereiche mit Wasser, Fetten oder anderen gleitfördernden Stoffen.
Geeignete Systemaufbauten
- Kronalit® Spezial-Grundierharz 864 mit 50 Prozent Kronalux® Nachstreumittel 759 und zweifacher Beschichtung mit Kronalux® 2K-PU Bodenbeschichtung 853 – R12
- Kronalux® 2K-Aqua-Industriemarkierung 357 mit Kronalux® Nachstreumittel 759 – R12
Die Rutschhemmung entsteht hier durch den vollständigen Systemaufbau aus Beschichtung, Einstreuung und Deckschichten. Die im Prüfzeugnis festgelegten Mengen und Schichtaufbauten sind deshalb einzuhalten.

R13 – Bereiche mit sehr hoher Rutschgefahr
Typische Einsatzbereiche:Schlachthöfe sowie Betriebe der Fleisch- und Fischverarbeitung mit hoher Belastung durch Wasser, Fette und organische Rückstände.
Geeigneter Systemaufbau
- Kronalux® 2K-PU-Industrie-Markierung 757 mit 50 Prozent Kronalux® Nachstreumittel 759 und zweifacher Beschichtung – R13
R13 ist für besonders kritische Arbeitsbereiche vorgesehen. Neben der Rutschhemmung müssen dort auch die mechanische Belastung, die regelmäßige Nassreinigung und die verwendeten Reinigungs- und Desinfektionsmittel berücksichtigt werden.
Profitipp
Eine höhere R-Klasse ist nicht automatisch für jede Fläche besser. Mit zunehmender Oberflächenstruktur steigt meist auch der Reinigungsaufwand.
Rutschhemmende Beschichtungen für typische Anwendungsbereiche
Die Anforderungen an die Rutschhemmung unterscheiden sich je nach Nutzung, Belastung und auftretender Verschmutzung deutlich. Während auf Treppen oder in Sanitärbereichen häufig eine punktuelle oder transparente Anti-Rutsch-Lösung ausreicht, werden in Parkhäusern, Produktionsflächen oder der Lebensmittelindustrie belastbare Beschichtungs- und Markierungssysteme mit höheren Rutschhemmungsklassen benötigt. Die folgenden Anwendungsbereiche zeigen, welche JAEGER-Lösungen sich für typische Anforderungen eignen und welche R-Klassen damit erreicht werden können.
Treppen, Eingänge und öffentliche Bereiche

Treppen und Eingangsbereiche sind häufig durch Feuchtigkeit und eingetragenen Schmutz belastet. Gleichzeitig sollen die Flächen optisch ansprechend und gut zu reinigen bleiben.
Für einzelne Gefahrenstellen eignet sich das Anti-Rutsch Spray 303 mit R10. Mit den Schablonen 302 können definierte Anti-Rutsch-Streifen auf Stufen oder glatten Bodenflächen hergestellt werden.
Für größere Flächen stehen die Aqua Anti-Rutsch Bodenbeschichtung 306 mit R10 sowie die Aqualine Markierungsfarbe 380 mit R10 zur Verfügung.
Parkhäuser, Tiefgaragen und Stellplätze

In Parkhäusern und Tiefgaragen wirken Nässe, Reifenabrieb, Ölspuren, Streusalz und mechanische Belastungen auf den Boden ein. Rampen, Kurven, Übergänge zwischen Fahr- und Gehflächen sowie Zugänge zu Treppenhäusern sind besonders kritisch.
Je nach Teilbereich stehen folgende Systeme zur Verfügung:
- Aqualine Markierungsfarbe 380 – R10
- Aqualine Markierungsfarbe 380 mit Nachstreumittel 759 – R11
- Kronalux® 2K-Aqua-Industriemarkierung 357 – R11
- Kronalux® 2K-Aqua-Industriemarkierung 357 mit Nachstreumittel 759 – R12
Damit lassen sich Stellplatzmarkierungen, Laufwege, Übergänge und Gefahrenzonen sichtbar und rutschhemmend ausführen.
Profitipp
Auf befahrenen Flächen nicht nur die R-Klasse berücksichtigen. Reifenbelastung, Lenkbewegungen, Wasserführung und Reinigungsgeräte beeinflussen die Auswahl ebenfalls.
Industrie, Produktion und Logistik

In Produktions- und Lagerhallen treffen Personenverkehr, Transportwagen, Flurförderzeuge und betriebliche Verschmutzungen aufeinander. Rutschhemmende Markierungen können Arbeitszonen, Laufwege und Gefahrenbereiche gleichzeitig kennzeichnen und sichern.
Je nach Beanspruchung stehen folgende Lösungen zur Verfügung:
- Aqualine Markierungsfarbe 380 – R10
- Aqualine Markierungsfarbe 380 mit Nachstreumittel 759 – R11
- Kronalux® 2K-Aqua-Industriemarkierung 357 – R11
- Kronalux® 2K-Aqua-Industriemarkierung 357 mit Nachstreumittel 759 – R12
- Kronalux® 2K-PU-Industrie-Markierung 757 mit Nachstreumittel 759 – R13
So kann die Oberflächenstruktur gezielt an leichte, mittlere oder hohe Belastungen angepasst werden.
Lebensmittelindustrie und Großküchen

In Großküchen und lebensmittelverarbeitenden Betrieben treten häufig Wasser, Fette, Öle, Lebensmittelreste und Reinigungschemikalien gleichzeitig auf. Hinzu kommen regelmäßige Nassreinigung und hohe mechanische Belastungen.
Je nach Belastung kommen Systeme der Klassen R12 oder R13 infrage:
- Kronalit® Spezial-Grundierharz 864, Kronalux® Nachstreumittel 759 und Kronalux® 2K-PU Bodenbeschichtung 853 – R12
- Kronalux® 2K-Aqua-Industriemarkierung 357 mit Nachstreumittel 759 – R12
- Kronalux® 2K-PU-Industrie-Markierung 757 mit Nachstreumittel 759 – R13
Neben der Rutschhemmung sind die Reinigungsfähigkeit und die Beständigkeit des Systems gegenüber den eingesetzten Reinigungs- und Desinfektionsmitteln wichtig.
Gut zu wissen
In Arbeitsbereichen mit größeren Mengen an Fetten, Flüssigkeiten oder Produktionsrückständen kann zusätzlich zur R-Klasse ein sogenannter Verdrängungsraum erforderlich sein. Dieser wird mit V-Gruppen angegeben und muss projektbezogen beurteilt werden.
Keller, Lager und normal beanspruchte Außenflächen

Für Keller, kleinere Lagerräume, Treppen und normal beanspruchte Außenbereiche eignet sich die Aqua Anti-Rutsch Bodenbeschichtung 306 mit R10.
Sie ist für Beton, Zementestrich, Asphalt und Holz vorgesehen. Bei Außenflächen müssen zusätzlich Gefälle, Wasserablauf und Witterungsbelastung berücksichtigt werden.
Eine rutschhemmende Beschichtung kann stehendes Wasser oder Eisbildung nicht ausgleichen.
Bad, Dusche und Sanitärbereich

Das Anti-Rutsch Spray 303 eignet sich für Duschwannen, Badezimmerböden, Fliesen und andere glatte Sanitärflächen.
Es erreicht:
- R10 für mit Schuhen begangene Bereiche
- Barfußklasse B nach DIN 51097
Die transparente Beschichtung erhält die Optik des Untergrunds weitgehend. Mit den Schablonen 302 können gleichmäßige Anti-Rutsch-Streifen hergestellt werden.
Häufig gestellte Fragen zur Rutschhemmung
Die Rutschhemmung für mit Schuhen begangene Bereiche ist aus der DIN 51130 bekannt. Nassbelastete Barfußbereiche werden nach DIN 51097 in die Klassen A, B und C eingeteilt.
Die Prüfverfahren sind heute in der DIN EN 16165 enthalten. Die bekannten Bezeichnungen R9 bis R13 sowie A, B und C werden weiterhin verwendet.
Nein. Eine hohe Rutschhemmung ist nur dort sinnvoll, wo sie aufgrund der Nutzung erforderlich ist.
Stärker strukturierte Flächen sind meist aufwendiger zu reinigen und können die Befahrbarkeit beeinflussen.
Je nach Teilbereich kommen R10 bis R12 infrage.
Stellplatzmarkierungen, Rampen, Laufwege und Zugänge können unterschiedliche Anforderungen aufweisen. Neben der R-Klasse sind Nässe, Reifenbelastung, Streusalz und Reinigung zu berücksichtigen.
In Großküchen und lebensmittelverarbeitenden Betrieben kommen je nach Belastung häufig R12 oder R13 zum Einsatz.
Bei größeren Mengen an Fetten, Flüssigkeiten oder Produktionsrückständen kann zusätzlich ein Verdrängungsraum erforderlich sein.
Der Verdrängungsraum beschreibt Hohlräume in einer stark profilierten Oberfläche, in die gleitfördernde Stoffe ausweichen können.
Er wird mit V-Gruppen angegeben und kann beispielsweise in der Lebensmittelverarbeitung zusätzlich zur Rutschhemmungsklasse relevant sein.
Nicht automatisch. Die Rutschhemmung ergibt sich aus dem vollständigen geprüften Systemaufbau.
Eine abweichende oder ungleichmäßige Einstreuung kann zu einer ungleichmäßigen und schwer zu reinigenden Oberfläche führen.
Ja. Die ausgewiesene Rutschhemmung gilt für den im Prüfzeugnis beschriebenen Aufbau.
Werden Produkte, Einstreumengen, Schichtdicken oder die Anzahl der Deckbeschichtungen verändert, lässt sich die angegebene Klasse nicht automatisch übertragen.
Das hängt von Belastung, Verschleiß, Verschmutzung und Reinigung ab.
Stark beanspruchte Flächen sollten regelmäßig kontrolliert werden. Beschädigte, glatt gelaufene oder dauerhaft verschmutzte Bereiche können eine Überarbeitung benötigen.