Spachtelmasse richtig auswählen und verarbeiten

Inhalt
- Welche Spachtelmasse für welchen Einsatz?
- Spachtelmasse nach Untergrund auswählen
- Häufig gestellte Fragen zu Spachtelmassen
Für jede Schadstelle die passende Lösung
Kleine Kratzer glätten, tiefe Löcher schließen oder beschädigte Bauteile für eine neue Lackierung vorbereiten: Die Wahl der richtigen Spachtelmasse richtet sich nach dem Untergrund, der Tiefe der Fehlstelle und der späteren Beanspruchung.
Während ein Feinspachtel nur geringe Unebenheiten ausgleicht, sind für tiefere Reparaturen standfeste Füllspachtel erforderlich. Größere Löcher und mechanisch belastete Stellen können eine faserverstärkte Spachtelmasse erfordern. Für eine dauerhaft ebene Oberfläche müssen deshalb Schadensbild, Spachtelart und nachfolgender Beschichtungsaufbau zusammenpassen.
Feine Unebenheiten glätten

Feine Kratzer, Poren und geringe Vertiefungen benötigen eine Spachtelmasse, die sich dünn aufziehen und gleichmäßig schleifen lässt. Ein Feinspachtel eignet sich sowohl für kleinere Ausbesserungen als auch für das abschließende Glätten zuvor gefüllter Reparaturstellen.
Der 2K-PE Feinspachtel 419 füllt kleinere Vertiefungen und erzeugt eine fein schleifbare Oberfläche. Bei mehrstufigen Reparaturen wird er nach dem Füllspachtel als abschließende Lage eingesetzt. Auch für entsprechende Reparaturarbeiten an Fahrzeug- und Metalloberflächen ist die 2K-Spachtelmasse geeignet.
Kleine Schäden schnell ausbessern

Für kleine Löcher, Macken und punktuelle Schadstellen eignet sich ein gebrauchsfertiger Schnellspachtel. Er muss nicht mit einem Härter angemischt werden und kann abhängig von der Schichtdicke zügig geschliffen und überarbeitet werden.
Der Acryl Schnellspachtel 421 kann als Fleckenspachtel sowie zum dünnen Glätten größerer Flächen eingesetzt werden. Der Acrylspachtel lässt sich bis auf null ausziehen und eignet sich für Putz, Beton, Holz und grundiertes Metall im Innenbereich.
Soll die gespachtelte Fläche im Außenbereich eingesetzt werden, muss sie vollständig mit einem geeigneten Beschichtungsaufbau überarbeitet werden.
Tiefe Löcher und Vertiefungen füllen

Tiefe Schadstellen erfordern eine standfeste Spachtelmasse, die auch in höheren Schichtdicken nicht absackt. Ein Füllspachtel eignet sich unter anderem für Vertiefungen, Beulen, Ausbrüche sowie Reparaturen auf Holz, Metall und Beton.
Der 2K-PE Füllspachtel 418 kann auch an senkrechten Flächen verarbeitet werden. Neben klassischen Ausbesserungs- und Restaurierungsarbeiten eignet er sich zum Ausfüllen tieferer Unebenheiten sowie zum Fixieren von Schrauben oder Dübeln.
Sehr tiefe Fehlstellen sollten entsprechend der zulässigen Schichtdicke mehrlagig aufgebaut werden. Für eine besonders glatte Oberfläche kann anschließend mit Feinspachtel nachgearbeitet werden.
Risse und belastete Stellen reparieren

Größere Löcher, statische Risse und mechanisch beanspruchte Reparaturstellen stellen erhöhte Anforderungen an die Stabilität der Spachtelmasse. Ein faserverstärkter Spachtel verbessert die Überbrückung größerer Fehlstellen.
Der Kronen® 2K-PE-Faserspachtel 415 eignet sich für Reparaturen auf Beton, Metall, Holz und vielen Kunststoffen. Er kann zum Schließen von Rissen, Löchern, Fugen und Lochstellen eingesetzt werden.
Da ein Faserspachtel eine vergleichsweise grobe Oberfläche bildet, sollte die Reparaturstelle bei hohen Anforderungen an das Oberflächenbild anschließend mit einem Feinspachtel geglättet werden.
Bewegungsaktive Risse und Fugen dürfen nicht starr überspachtelt werden. Vor der Reparatur müssen die Ursache und die zu erwartende Bewegung geklärt werden.
Wichtig bei Rissen
Nicht jeder Riss lässt sich dauerhaft überspachteln. Vor der Reparatur ist zu unterscheiden zwischen:
Statischen Rissen:
Die Rissbewegung ist abgeschlossen. Nach Prüfung des Untergrundes kann eine geeignete Reparatur mit Füll- oder Faserspachtel möglich sein.
Bewegungsaktiven Rissen:
Der Untergrund arbeitet weiterhin. Eine starre Spachtelung würde erneut reißen. Ursache und Bewegung müssen zunächst geklärt und gegebenenfalls konstruktiv aufgenommen werden.
Bewegungsfugen:
Diese dürfen nicht mit einer starren Spachtelmasse geschlossen werden. Sie benötigen ein für die zu erwartende Bewegung geeignetes Fugensystem.
Porige Untergründe, Löcher und Fugen ausgleichen

Für klassische Ausbesserungsarbeiten vor einer Lackierung kann ein gebrauchsfertiger Kunstharzspachtel eingesetzt werden. Er eignet sich zum Glätten und Verfüllen poriger Flächen sowie zum Ausbessern kleinerer Löcher, statischer Risse und Fugen.
Der Kronalit® KH-Spachtel 412 ist als Kunstharzspachtel für vorbereitende Arbeiten im Innen- und Außenbereich vorgesehen. Im Außenbereich muss die gespachtelte Stelle anschließend durch einen geeigneten Lackaufbau geschützt werden.
Auch hier gilt: Bewegungsaktive Risse können mit einem starren Spachtel nicht dauerhaft geschlossen werden.
Poren und kleinere Schäden im Holz schließen

Vor einer deckenden Lackierung müssen Poren, Nagellöcher und kleinere Beschädigungen im Holz geschlossen werden. Dafür eignet sich ein Malerspachtel, der sich geschmeidig verarbeiten und nach der Trocknung gut schleifen lässt.
Der Kronalit® Malerspachtel 414 kann zum Glätten, Verfüllen und Ausbessern auf Holz und grundiertem Metall eingesetzt werden. Auf Holz eignet er sich insbesondere zum Abporen und zum Schließen kleinerer Fehlstellen.
Lose Holzfasern, Harzstellen und nicht tragfähige Altbeschichtungen sind vor dem Spachteln zu entfernen.
Lackflächen fein vorbereiten

Hochwertige Lackierungen machen selbst geringe Unebenheiten sichtbar. Macken, Poren und Übergänge müssen deshalb geschlossen, fein geschliffen und auf den nachfolgenden Lackaufbau abgestimmt werden.
Der Kronen® Universal Lackspachtel 422 eignet sich zum Glätten, Verfüllen und Ausbessern auf Holz und grundiertem Metall. Der Lackspachtel kann sowohl punktuell als auch flächig verarbeitet und bei Bedarf mehrfach dünn aufgetragen werden.
Tiefere Beschädigungen sollten zunächst mit einem geeigneten Füllspachtel aufgebaut werden. Der Lackspachtel bildet anschließend die feinere Oberfläche für die nachfolgende Grundierung und Lackierung.

Auswahl nach Untergrund
Holz
Für Poren, Nagellöcher und kleine Macken eignen sich Maler- oder Lackspachtel. Tiefere Beschädigungen werden mit einem Füllspachtel ausgeglichen. Bei größeren oder mechanisch belasteten Fehlstellen kann ein Faserspachtel erforderlich sein.
Der Untergrund muss trocken, sauber und tragfähig sein. Lose Holzfasern, Harzstellen und nicht haftende Altbeschichtungen sind vollständig zu entfernen.
Metall
Feine Unebenheiten auf grundiertem Metall können mit Lack- oder Feinspachtel geglättet werden. Für tiefere Beschädigungen eignet sich ein Füllspachtel, für größere Löcher und belastete Reparaturstellen ein Faserspachtel.
Rost, Fett, Öl und lose Beschichtungen müssen vor dem Spachteln entfernt werden. Spachtelmasse ersetzt keinen Korrosionsschutz. Grundierung, Spachtelmasse und Deckbeschichtung müssen als System aufeinander abgestimmt sein.
Putz und Beton
Kleine Löcher und geringe Unebenheiten können mit Schnellspachtel ausgeglichen werden. Für tiefere Vertiefungen auf Beton sind standfeste Füllspachtelmassen erforderlich.
Sandende, kreidende oder mürbe Bereiche müssen entfernt oder mit einer geeigneten Grundierung verfestigt werden. Der Untergrund muss trocken und ausreichend tragfähig sein.
Kunststoff
Nicht jede Spachtelmasse haftet auf jedem Kunststoff. Kunststoffart, Oberflächenspannung und Bewegungsverhalten müssen deshalb vor der Verarbeitung geprüft werden.
Je nach Schadensbild können geeignete 2K-Füll- oder Faserspachtel eingesetzt werden. Eine Haftungs- und Verträglichkeitsprüfung auf einer Probefläche ist erforderlich.


Häufig gestellte Fragen zu Spachtelmassen
Für tiefe Löcher und Vertiefungen eignet sich ein standfester Füllspachtel. Größere oder stärker beanspruchte Fehlstellen können einen 2K-Füllspachtel erfordern. Nach dem Füllen wird die Oberfläche bei Bedarf mit Feinspachtel geglättet.
Füllspachtel wird zum Aufbau tieferer Fehlstellen und größerer Schichtdicken verwendet. Feinspachtel gleicht dagegen nur geringe Unebenheiten aus und schafft eine fein schleifbare Oberfläche.
Ja, sofern das jeweilige Produkt dafür geeignet ist. Die vorherige Lage muss ausreichend trocken oder vollständig ausgehärtet sein. Die zulässige Schichtdicke je Arbeitsgang ist zu beachten.
Im Außenbereich dürfen nur ausdrücklich dafür geeignete Spachtelmassen verwendet werden. Zusätzlich muss die Reparaturstelle durch einen abgestimmten Beschichtungsaufbau vor Feuchtigkeit und Witterung geschützt werden. Dauerhaft feuchte oder konstruktiv geschädigte Untergründe lassen sich nicht allein durch Spachteln sanieren.